Erfahrungsbericht: AWS Certified Solutions Architect ‒ Associate


Nachdem ich Ende Januar meinen Java OCP fertig hatte fing ich an mich in den AWS Architect einzulesen. Ich hatte bis dahin keine Erfahrung mit AWS und musste alles von Grund auf lernen. Mein Ziel war von Anfang an das Zertifikat. In diesem kurzen Artikel beschreibe ich meine Erfahrungen auf dem Weg dorthin.

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass der AWS Architect neben dem GCP Architect einer der bestbezahltesten Berufe zu seien scheint. Jedenfalls verdienen Personen mit dieser Zertifikation erheblich mehr als mit einer anderen. Ob das nun daran liegt, dass Personen mit dieser Qualifikation so begehrt sind, oder bei begehrten ITlern die Qualifikation beliebt ist, ist eine andere Frage. Die Qualifikation selbst kann nicht schaden, und ist zudem relativ günstig zu erhalten. Ein wenig ärgerlich ist jedoch, dass das Zertifikat nur 3 Jahre gültig ist. Dann muss eine Nachprüfung stattfinden. Bei der Geschwindigkeit mit der sich die IT-Landschaft verändert ist das kein Wunder. Es ist jedoch immer ärgerlich eine Zertifizierung zu verlieren auf die man hart hingearbeitet hat.

Das Erste was ich getan habe war mir das offizielle Buch zu holen. Das lass ich mir dann einmal durch und beim zweiten Mal machte ich mir zudem Notizen. Das Buch enthält eine Reihe von Prüfungsfragen welche auch Online zur Verfügung stehen.

Nachdem ich mit den Prüfungsfragen aus dem Buch durch war schaute ich mich nach weiteren um und entdeckte ExamTopics. Dort sind mehr oder weniger alle Fragen zusammengetragen worden, welche anscheinend wirklich einmal in einem Test vorgekommen sind. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Antworten nicht validiert worden sind. Die meisten sind schlicht und einfach falsch hinterlegt. Zum Glück gibt es zu jeder Frage eine Diskussion bei der über die richtige Antwort diskutiert wird. Letztendlich bleibt einem nichts anderes übrig als selbst auf die Suche nach einer Antwort zu gehen und die die AWS-Hilfe zu durchsuchen. Das ist jedoch gar nicht so schlecht, da man so viel Mehr lernt als bei einer vorgegebenen Antwort. Das war dann auch schon meine ganze Vorbereitung. Bei mir betrug diese Zeit ungefähr 3 Monate. Weniger wäre etwas viel neben der Arbeit gewesen. Ich bin damit jedoch nur mit einer eignen Erfolgseinschätzung von 50:50 zur Prüfung gegangen.

Aufgrund von Corona lies ich mich Zuhause testen. Eine Webcam und ein leerer Schreibtisch genügen. Der Test selbst besteht, wie die Prüfungsfragen auch, aus einer Frage und mehreren möglichen Antworten. Wie viele Antworten richtig sind wird jedoch nicht gesagt. Das grösste Augenmerk liegt natürlich auf der richtigen Verwendung und Verbindung der einzelnen AWS-Dienste. Loadbalancing, Multi-AZ-Deployment und die verschiedenen Speicherdienste sollten in- und auswendig verinnerlicht sein. Details zu einem bestimmten Service können natürlich immer vorkommen. Eine Frage die ich falsch hatte war beispielsweise über die maximale Gültigkeitsdauer des SSO-Tokens. Das war etwas von dem ich mich nicht einmal mehr erinnern konnte davon gelesen zu haben.

Ich hatte noch das Glück die SSA-C01 Prüfung machen zu können. Die neue SSA-C02 Prüfung dauert nun statt 120 ganze 130 Minuten und umfasst 65 Fragen. Für jede Frage sind das also knapp 2 Minuten. Das ist nicht gerade viel Zeit.

In dem von mir erwähnten Buch sind praktische Übungen vorhanden. Nachdem ich jedoch 1 Dollar dafür zahlen musste mir einen SSH-Key zu generieren wurde mir das zu blöd und ich habe die Übungen ignoriert. Für jemanden der wirklich mit AWS arbeitet sind sie bestimmt hilfreich. Für die Prüfung selber jedoch nicht. Insgesamt lässt sich jedoch sagen, dass die Prüfung durchaus machbar ist für jemanden der niemals in seinem Leben mit AWS gearbeitet hat. Es benötigt jedoch ein wenig Zeit. Als ich vor vielen Jahren zum ersten mal das Wort Cloud hörte war ich so ahnungslos wie viele andere was das den nun genau zu bedeuten hat. Erst nach dem Studium zum AWS Architekten kann ich nun von mir behauptet den Begriff wirklich verstanden zu haben.